Magen-Spritze ist gefährlich!


Abnehmen mit Botulinumtoxin?
Magen-Spritze ist gefährlich!
mauritius images/YAY Media AS/Alamy/Alamy Stock Photos

Abnehmen ist schwierig. Deshalb greifen Übergewichtige häufig zu jedem Strohhalm. Sich Botox in den Magen spritzen zu lassen ist allerdings keine gute Idee, wie eine ganze Reihe vergifteter Gesundheitstourist*innen erfahren mussten.

Die Dosierung macht´s

Botulinumtoxin ist das stärkste bekannte Nervengift. Es wird von Bakterien aus der Familie der Clostridien gebildet und führt zu Muskellähmungen. Der Verzehr von bakteriell kontaminierten Fleisch- oder Wurstwaren kann zu einer lebensgefährlichen Vergiftung mit Atemlähmung führen, die Erkrankung heißt Botulismus. Doch Botulinumtoxin hat auch positive Seiten: Synthetisch hergestellt und in extremer Verdünnung wird seine muskelentspannende Wirkung therapeutisch genutzt. In der ästhetischen Chirurgie glättet es Mimikfalten und in der Neurologie löst es schwerste Augenlid- und Schlundkrämpfe.

Mit der Spritze kam die Vergiftung

Nun hat der Wirkstoff im (nicht zugelassenen) Einsatz gegen Übergewicht traurige Berühmtheit erlangt. Das Robert Koch-Institut berichtet von über 20 Gesundheitstourist*innen, die sich in der Türkei zum Abspecken Botox in die Magenwand spritzen ließen. Ziel dieser Behandlung ist die Verringerung der Magenbewegungen: Dadurch sollen die Speisen länger im Magen verbleiben, was ein langanhaltendes Sättigungsgefühl hervorrufen und den Übergewichtigen das Abnehmen erleichtern soll.

Doch bei inzwischen 27 Betroffenen ging die Botox-Kur übel aus - sie erkrankten an Botulismus. Einige von ihnen so stark, dass sie auf Neurointensivstationen in Deutschland behandelt werden mussten. Wie es zu diesen Fällen kam, ist ungewiss. Denkbar ist laut Prof. Tim Hagenacker von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) z.B. eine Wirkverstärkung durch Verunreinigung der Substanz. Möglicherweise hat der Einsatz von Botulinumtoxin im Magen auch per se ein höheres Risiko für eine Vergiftung, da dabei relativ hohe Dosen nötig sind.

Erst Übelkeit, dann Schluckstörungen

Auf jeden Fall sollen Menschen, die sich einem solchen (nicht empfohlenen!) Eingriff unterziehen, bei folgenden Symptomen aufmerksam werden und die Ärzt*in aufsuchen:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • später Schluckstörungen
  • Lähmungserscheinungen.

Innerhalb von zwei Tagen nach der Behandlung können Ärzt*innen noch ein Gegengift verabreichen. Häufig wird dieses Zeitfenster jedoch verpasst, so Hagenacker. Daneben ist eine je nach Ausmaß der Vergiftung neurointensive Behandlung erforderlich. Die Aussicht auf Genesung ist gut, oft dauert der Prozess aber Wochen und Monate, weil sich das Botulinumtoxin nur sehr langsam abbaut.

Die DGN trägt nun die Daten aller Fälle zusammen, um mehr zu dem Botulismus-Ausbruch durch die Magenspritze zu erfahren. Die wissenschaftliche Aufarbeitung ist wichtig, um zukünftig Betroffenen schneller helfen zu können, sagt Hagenacker.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Ärzteblatt

Die App zum E-Rezept:











 

News

Ziegenmilch gegen Neurodermitis?
Ziegenmilch gegen Neurodermitis?

Babys vor atopischer Dermatitis schützen

Ziegenmilch statt Kuhmilch – könnte das Babys Haut vor Neurodermitis schützen? Eine Studie liefert Hinweise auf einen möglichen vorbeugenden Effekt. Für Kinder mit bereits bestehender Erkrankung gilt das allerdings nicht.   mehr

Sport hilft Kindern mit Autismus
Sport hilft Kindern mit Autismus

Von Tai Chi bis Trampolin

Bewegung tut gut – auch Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Eine aktuelle Studienübersicht zeigt: Bestimmte Sportarten können Gleichgewicht, Koordination und motorische Fähigkeiten verbessern.   mehr

Mikronährstoffe fürs Herz
Ältere Person vor dem Einnehmen einer Tablette. Manche Mikronährstoffe können die Herzgesundheit fördern.

Nützlich oder schädlich?

Ob Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen, Herz und Gefäße gesund zu halten, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt gibt es Hinweise, dass zumindest einige von ihnen doch vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen können.   mehr

Weniger Fleisch ist gesünder
Weniger Fleisch ist gesünder

Viele Vorteile für die Gesundheit

Was wäre, wenn….? Diese Frage hat sich ein amerikanisches Forscherteam in Bezug auf einen geringeren Fleischanteil in der Ernährung gestellt. Berechnungen am Modell haben erstaunliche Effekte auf die Gesundheit gezeigt.   mehr

Zum Check-up in die Röhre?
Zum Check-up in die Röhre?

Sinn und Unsinn von Ganzkörper-MRTs

Privatkliniken und Diagnostikzentren werben vermehrt mit MRTs für den gesamten Körper. Auf diese Weise sollen Erkrankungen früh entdeckt werden. Klingt verheißungsvoll, doch funktioniert das auch?    mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Nahrungsergänzungsmittel

Bild einer Frau, die Nahrungsergänzungsmittel in der Hand hält

Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe – viele Menschen, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun möchten, greifen auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Nicht ohne Grund: Gegen zahlreiche Beschwerden ist der Nutzen von Vitamin- und Nährstoffpräparaten gut belegt. Doch woran erkennt man eigentlich einen Vitaminmangel? Und in welchen Lebensmitteln sind die einzelnen Nährstoffe enthalten? Die Antworten finden Sie hier! Anschauliche Steckbriefe informieren über die beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel.

Mehr erfahren

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Vital-Apotheke
Inhaber Roland Cäsar
Telefon 04441/90 73 73
Fax 04441/90 73 72
E-Mail info@vital-apotheke-vechta.de