Junge Eltern sind schlechtes Vorbild


Ernährung und Bewegung
Junge Eltern sind schlechtes Vorbild

Werden unsere Kinder immer dicker, weil ihre Eltern ein so schlechtes Vorbild sind? Das ist gut möglich. Denn die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung bezüglich Ernährung und Bewegung junger Eltern sind laut Robert Koch-Institut besorgniserregend.

Über 2000 Eltern befragt

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Schenkt man dieser Volksweisheit Glauben, steht es nicht besonders gut um die spätere Gesundheit der heute 0 – 6jährigen Kinder. Denn ihre Eltern bewegen sich zu wenig und essen zu wenig Obst und Gemüse, heißt es in der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA). In dieser Untersuchung wurden über 24 000 Personen zu ihrem Lebensstil befragt. Gut 2300 der Teilnehmer lebten mit einem Kind im Alter bis zu 6 Jahren in einem Haushalt. Ihre Antworten bezüglich Bewegung und Obst-, Gemüse und Salatverzehr wurden von den Forschern ausgewertet und sollen das Verhalten junger Eltern in Deutschland spiegeln.

Weniger bewegungsfreudig als Gesamtbevölkerung

Die von der WHO empfohlenen 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche erfüllt nur ein Drittel der Eltern von 0 – 6jährigen Kindern. Väter sind mit 40,6% etwas sportlicher als Mütter, von denen nur knapp 30% die WHO-Empfehlung schaffen. Damit bewegen sich junge Eltern weniger als die Allgemeinbevölkerung: Hier kamen immerhin 45% auf die von der WHO geforderten 150 Aktivitätsminuten pro Woche.

Auch bei der Ernährung schneiden junge Eltern nicht besonders gut ab. Nur 39% essen täglich Obst, knapp die Hälfte Obst oder Gemüse. Beim Essen sind die Mütter gesundheitsbewusster als die Väter. Täglich Obst oder Gemüse verzehren 56,9% der Mütter und 36,3% der Väter.

Steilvorlage für dicke Kinder

Ein besorgniserregendes Ergebnis, betonen die Autoren der Studie. Immerhin sind Eltern und ihr Lebensstil ein bedeutendes Vorbild für den Nachwuchs. Und wenig Bewegung und schlechte Ernährung führen schnell zu Übergewicht und Adipositas. Um kindliches Übergewicht zu vermeiden ist es deshalb ratsam, junge Familien bei einem gesunden Lebensstil zu unterstützen. Zu den erforderlichen Bedingungen gehören bewegungsfreundliche Wohnumfelder, ausgewogene Lebensmittelangebote und bezahlbare zielgruppenspezifische Angebote für mehr Sport und Bewegung.

Quelle: Robert Koch-Institut

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