Warzen – klein, robust, ansteckend


Erfolgreich vorbeugen und behandeln
Warzen – klein, robust, ansteckend
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Über 30 Prozent aller Kinder zwischen vier und zwölf Jahren haben Warzen. Was macht die heimtückischen Hautwucherungen ansteckend und wie beugt man ihnen vor?

Tatort Schwimmbad

Warzen entstehen nicht von selbst. Hinter den lästigen Hautwucherungen stecken Viren, die so genannten Papillomaviren. Die Erreger befallen die oberste Hautschicht und lösen dort unkontrollierte, tumorartige Wucherungen hervor. Papillomaviren lauern überall dort, wo es warm und feucht ist, sprich in Schwimmbädern, Saunen aber auch im eigenen Badezimmer. Die Übertragung erfolgt durch Hautkontakt oder indirekt über Fußböden, Duschwannen und Handtücher. Als Eingangspforte in den Körper nutzen die Viren kleine oberflächliche Verletzungen. Besonders gefährdet sind daher Kinder, die an den Fingernägeln kauen oder unter Neurodermitis leiden. Auch die durch das Baden aufgeweichte Haut ist kein Hindernis für die Viren. Das erklärt, warum Badeschuhe in Schwimmbädern, Hotels und Umkleidekabinen ein Muss sind. Ebenfalls empfehlenswert ist es, stehts sein eigenes Handtuch zu verwenden.

Zupfen, Reiben und Kratzen sind verboten!

Kinder neigen zu Dellwarzen. Die runden, in der Mitte eingebuchteten Warzen erinnern an kleine Perlen. Sie sind mit einer Flüssigkeit gefüllt, die sich beim Kratzen über den Körper verteilt und für die Ausbreitung des Virus verantwortlich ist. Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte rät: „Um zu vermeiden, dass sich das Virus auch auf anderen Körperstellen ausbreiten kann, sollten Kinder besser nicht an Warzen zupfen, reiben oder kratzen.“

Warzen richtig behandeln

„Eltern sollten sich von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen, wenn sie eine Warze entfernen wollen,“ betont Dr. Fegeler. Befinden sich die Warzen im Gesicht oder auf den Genitalien, rät der Experte zu einem Besuch bei der Ärzt*in. Das gleiche gilt für Warzen, die schmerzen, bluten, rot verfärbt oder geschwollen sind. Für alle anderen gibt es Tinkturen mit Milch- oder Salicylsäure. Zwei- bis viermal täglich aufgetragen, lösen sie die Hautwucherung langsam auf. Gesunde Hautareale um die Warze herum lassen sich mit einer Vaselincreme schützen. Vor dem Auftragen der Tinktur gilt es alte, eingetrocknete Schichten zu entfernen. Abgestorbene Warzenteile hingegen müssen verbleiben bis sie von selbst abfallen. Wer ihnen mit Messer oder Feile zu Leibe rückt, riskiert, dass sich die Papillomaviren in die Umgebung ausstreuen. Noch bequemer in der Anwendung als die klassischen Tinkturen sind spezielle Pfaster, Vereisungssprays oder ätzende Lösungen zur wöchentlichen Anwendung.

Quellen: Pharmazeutische Zeitung, Kinder- und Jugendärzte im Netz

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