Nahrungsergänzung im Blick: Folsäure


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Folsäure

Das Vitamin Folsäure ist meist nur Schwangeren ein Begriff. Doch warum ist sie für ungeborene Babys so wichtig? Und gibt es noch andere Risikogruppen, für die Folsäure-Supplemente sinnvoll sind?

Folsäure ist nicht gleich Folsäure

Folsäure gehört zu der großen Gruppe der B-Vitamine und ist im Körper an der Zellteilung und dem Wachstum beteiligt. Als „Folsäure“ wird nur die chemisch einfachste Form des Moleküls bezeichnet, die häufig in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wird. Alle anderen Folsäure-Verbindungen in Lebensmitteln heißen „Folate“. Die Unterscheidung ist wichtig, denn nicht alle Moleküle werden vom Körper gleichwertig verstoffwechselt. Als Faustregel gilt, dass künstlich hergestellte Folsäure besser aufgenommen wird als Nahrungs-Folat.

Folsäure in der Schwangerschaft

Während normalerweise rund 300 µg Folsäure pro Tag ausreichen, werden Schwangeren und Stillenden bis zu 550 µg Folsäure pro Tag empfohlen. Embryos benötigen das Vitamin nämlich für die Entwicklung von Gehirn und Rückenmark, die direkt nach der Befruchtung beginnt. Im schlimmsten Fall schließt sich das Neuralrohr des Embryos bei Folsäuremangel nicht, was viele als „offener Rücken“ oder Spina bifida kennen. Deshalb empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Ernährung jungen Frauen und Schwangeren die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit 400 µg Folsäure pro Tag.

Folsäuremangel: Eine Volkskrankheit?

Studien zeigen immer wieder, dass viele Menschen in Deutschland weniger als die empfohlenen 300 µg Folsäure aufnehmen. Unter einem Folsäure-Mangel leiden aber die wenigsten. Dieser macht sich zum Beispiel durch Blutarmut bemerkbar. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät trotzdem, mehr folsäurereiche Lebensmittel wie grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte in den Speiseplan zu integrieren. Auch mit Folsäure angereichertes Speisesalz ist eine sinnvolle Ergänzung.

Zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel sind meistens unnötig und in Einzelfällen sogar gefährlich. Denn eine hohe Folsäurezufuhr verdeckt einen Vitamin-B12-Mangel, was langfristig zu bleibenden neurologischen Schäden führt. Deshalb ist eine Beratung in der Apotheke oder Hausarztpraxis vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll.

Mehr Informationen über Folsäure und die Lebensmittel, in denen sie enthalten ist, finden Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel".

Quellen: Dunkelberg, Gebel und Hartwig: Vitamine und Spurenelemente, John Wiley & Sons, 2013; DGE Referenzwerte und FAQs

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